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Die ungewöhnlichsten Drive-Ins der Schweiz
Die Schweiz ist nicht das Land der klassischen Fast-Food-Drive-Ins wie die USA. Nein, statt Burger kaufen die Schweizer lieber eine Uhr im Vorbeifahren, oder heben entspannt Geld ab. Die folgenden Beispiele zeigen, wie vielfältig der Begriff Drive-In in der Schweiz interpretiert wird.
Während man fährt, möchte man selten anhalten, schon gar nicht aussteigen. Neben dem klassischen Stopp für das Heisshüngerchen kann man einen Drive-In aber auch anders nutzen. Wie wäre es mit einem frischen Blumenstrauss oder einem Gipfeli to go? Die Schweiz hat ein paar besonders aussergewöhnliche Drive-Ins im Lande, die du vielleicht noch nicht kennst und die nur auf deinen nächsten Zwischenhalt warten.
Swatch Drive-Thru Store
In Biel steht eines der wohl bekanntesten Beispiele weltweit für ein Nicht-Food-Drive-In: der Swatch Drive-Thru Store in der Cité du Temps. Hier können Kundinnen und Kunden direkt mit dem Auto, Velo oder zu Fuss an eine Station fahren und ihre Uhr auswählen, ohne das Fahrzeug zu verlassen.
Auch einen Batteriewechsel oder das Austauschen des Armbandes ist bequem vom Auto aus möglich. Architektonisch eingebettet ist der Drive-Thru in den grossen Swatch- und Omega-Komplex von Architekten Shigeru Ban, ein hybrider Ort zwischen Museum, Markenwelt und Verkaufsfläche.
Blumen Drive-In Baden
In Dättwil bei Baden wird das klassische Blumenholen in ein Drive-In-System übersetzt. Beim Blumen Drive-In von «badenblüht» bestellt man den Strauss direkt am Schalter und erhält ihn wenige Minuten später ans Autofenster geliefert. Auch Vorbestellungen können direkt bei der Abholstation entgegengenommen werden.
Bäckerei Drive-In
Besonders stark verbreitet ist das Drive-In-Prinzip bei Bäckereien in der Schweiz. Gleich mehrere Anbieter haben das Konzept übernommen. Beispielsweise die Bäckerei Burkhard in Lyss oder die Bäckerei Mohn in Sulgen zeigen, wie einfach es geht: Kaffee, Sandwiches und Backwaren werden direkt ans Fenster gebracht.
Die Bäckerei Merz in Chur gilt als Pionierin des Schweizer Drive-in-Konzepts. Die Idee brachte Roni Merz 2006 aus Niederösterreich mit und setzte sie 2010 an der Rossbodenstrasse in Chur erstmals um. Heute macht das Drive-in rund einen Viertel des Umsatzes aus, mit einem deutlich höheren Einkaufswert als im Laden. Besonders beliebt sind Gipfeli, Sandwiches und der Sonnenblumenkerngipfel.
Diskreter Sex-Drive-In
Ein deutlich anderes Verständnis von Drive-In findet sich in Zürich beim sogenannten Strichplatz. Am Depotweg wurde 2013 ein offiziell organisierter, geschützter Ort für Sexarbeitende geschaffen, an dem Freier mit dem Auto vorfahren können. Der Standort ist infrastrukturell bewusst abgeschirmt, mit klaren Zufahrts- und Aufenthaltsstrukturen, um Sicherheit, Kontrolle und Diskretion zu gewährleisten.
Drive-In Bancomat
Die Schweiz wäre nicht die Schweiz wenn nicht auch der Bankensektor seine Chance wittern würde. In Chur wurde bereits 2003 ein Drive-In-Bancomat der Graubündner Kantonalbank installiert. 2013 wurde ein weiterer in Betrieb genommen. Auch im Kanton St. Gallen und Solothurn finden sich mittlerweile Drive-In-Bankomaten.
Die Idee: Bargeldbezug oder das Abfragen des Kontostandes direkt aus dem Auto, ohne Parkieren oder Filialbesuch. Architektonisch handelt es sich oft um kleine, funktionale Pavillons oder Einfahrtslösungen entlang von Bankgebäuden.
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