Werbung
Allrad-verrückt: Warum 4x4-Autos in der Schweiz so beliebt sind
Die neuste Verkaufsstatistik von auto-schweiz, der Vereinigung der Automobilimporteure, bestätigt es: Der Allradboom kennt hierzulande kaum Grenzen. 52,5 Prozent aller Neuzulassungen sind Autos mit Allradantrieb, bis August waren das rund 80'000 Fahrzeuge. STREETLIFE-Kolumnist Pentti Aellig nennt sieben Gründe, welche die Schweiz zur wahren Allrad-Nation machen.
1. Mehr Berge, mehr Allrad
Im Land der der grossen Bergkantone mit ihren schneebedeckten Viertausender, zerklüfteten Tälern und steilen Passstrassen ist schon klar, dass der Allradanteil der Schweiz höher liegt als beispielsweise im topfebenen Holland. Kurvenreiche Strassen mit starken Steigungen durchziehen aber nicht nur die 60 Prozent der alpinen Landschaften, sondern auch das Mittelland. Während in den linksgrünen Metropolen zunehmend das Lastenvelo dominiert, setzt der solide Schweizer auf mehr Grip mit Allrad.
2. Skiverrückte Nation
Spätestens ab Dezember werden auch die «Üsserschwiizer» zu Schneepiloten. Die Schweiz ist skiverrückt. Im Winter zieht es die halbe Nation Richtung Skipisten. Flachländer, welche während der Fahrt zum Zweitwohnsitz oder zum Hotel im Skigebiert nicht umständlich Schneeketten montieren wollen, fühlen sich mit Allradautos auf der komfortableren Seite.
3. Schweizer Nationalhelden mit Allrad
Die Verehrung erfolgreicher Skistars kennt in der Eidgenossenschaft keine Grenzen. Unumstrittene Nationalhelden sind die aktuellen Goldmedaillen-Hamsterer «Odi» und Franjo von Allmen. Beide werden entweder mit dem Red Bull Helikopter zur Rennstrecke geflogen oder fahren mit gesponserten Allrad-Audis im Swiss Ski Branding vor. Ältere Schweizer, welche sich thematisch zunehmend mit der Spitex beschäftigen, orientieren sich an Ski-Ikone Bernhard Russi, welcher zeitlebens auf Allradpionier Subaru setzt. Die Identifikation mit den Schweizer Skistars äussert sich auch über deren Fahrzeuge.
4. Sicherheitsdenken
In ihrem Sicherheitsdenken sind die Schweizer unschlagbar. Schweizer versichern sich für alles. Deshalb ist bei vieler Schweizer Versicherungsgesellschaften das grösste Problem die Verwendung ihrer Gewinnüberschüsse. Eine Nation, welche der eigenen Sicherheit höchste Priorität einräumt, kauft gerne auch besonders spurtreue Allradautos.
5. Guter Lohn, besserer Antrieb
Leider bringt der Allradantrieb auch Nachteile mit sich. Beispielsweise ein höherer Verbrauch, ein höheres Gewicht oder mehr Wartungsaufwand. Und auch der Anschaffungspreis liegt höher – man muss sich Allrad leisten können. Gottseidank liegt der Schweizer Medianlohn aktuell bei über 7'000 Franken.
6. SUV ohne Allrad sind lachhaft
Noch eindrücklicher als die Schweizer Allraddichte von 52,5 Prozent ist eine andere Zahl: 58 Prozent aller Schweizer kaufen SUVs. Selbstverständlich haben diese beiden Zahlen einen Zusammenhang. Denn seien wir ehrlich: Ein echter SUV verfügt über Allrad. SUVs ohne Allrad gelten als Pseudo-Offroader. Škodas grosser SUV Kodiaq basiert beispielsweise auf derselben Plattform wie der VW Golf 8 und ist mit Plug-in-Hybridantrieb ausschliesslich mit Frontantrieb erhältlich.
7. Dank Elektromotoren billiger
Immer mehr Schweizer kaufen Stecker-Autos. Elektromotoren machen den aufwendigen Antrieb über Kardanwellen überflüssig. Bei einem Elektroantrieb an der Hinterachse genügen bereits wenige PS, um bei Nässe, Schnee oder Eis die notwendige Traktion zu erreichen. Dank Elektroautos kann der Allradantrieb günstiger produziert werden.

Kolumnist und Autor Pentti Aellig ergänzt als erfahrener Autokenner und Publizist das STREETLIFE-Redaktionsteam. Als SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident politisiert er im Kanton Schaffhausen aktiv mit. Wir weisen darauf hin, dass die Ansichten unserer Kolumnisten nicht mit jenen der STREETLIFE-Redaktion übereinstimmen müssen.
Werbung




