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Das sind 6 wildesten Sportwagen der Geschichte
Sportwagen sind da, um die Grenzen von Geschwindigkeit und Leistung auszuloten. Doch manchmal gehen die Ingenieure zu weit und plötzlich ist ein Auto so stark, dass es kaum fahrbar ist. STREETLIFE hat die wildesten Sportwagen zusammengetragen.
«Wie viele PS hat der?» Das war lange Zeit die erste Frage, die Besitzer von Fahrzeugen erhielten. Heute heisst es eher: «Wie viel Reichweite hat er?» Oder: «Wie schnell lädt er?» Die reine Motorleistung wurde von der Elektromobilität in neue Dimensionen katapultiert.
Bei elektrischen Sportwagen sind zahlen jenseits der 1000 PS eher die Norm als Ausnahme, selbst bei so langweiligen Inkarnationen wie dem jüngst enthüllten Ferrari Luce. Und trotzdem lassen sich die Elektro-Überflieger leichter beherrschen als einige Sportwagen mit Benzinmotor und halb so viel Leistung. STREETLIFE hat die sechs wildesten Sportwagen der Geschichte für dich zusammengetragen.
Dodge Viper (1992)
«Im Serienzustand ist das Ding unfahrbar!», sagte der Teamchef des deutschen Langstrecken-Rennstalls Vulkan Racing, Michael Mintgen, über die Fahreigenschaften der Dodge Viper. Die erste Generation kam 1992 ohne irgendwelche elektronischen Helfer auf den Markt. Kein ABS, kein ESP und nicht einmal Airbags. Gleichzeitig überträgt eine Handhandschaltung die 400 PS und 600 Nm nur an die Hinterräder.
Ohne einen sanften Gasfuss beim Anfahren dreht sich der amerikanische Sportwagen auf der Stelle – vor allem mit kalten Reifen. Diese Fahrmaschine verzeiht keine Fehler und sieht mit dem zeitlosen Design doch unschuldig aus.
Koenigsegg CCX (2006 – 2010)
War es der Spoiler oder nicht? Auf dem Weg die schnellsten Strassenautos der Welt zu bauen, übertrieb es die schwedische Supersportwagen-Marke Koenigsegg mit dem CCX: zu viel Power und zu weniger Abtrieb auf der Hinterachse. In der britischen BBC-Sendung «Top Gear» flog der legendäre Profi-Fahrer «Stig» ab und verlangte einen Heckspoiler. Koenigsegg kam dem nach und «Stig» stellte mit dem CCX einen neuen Rekord auf der «Top Gear»-Teststrecke auf.
Koenigsegg führte den Rekord auf Anpassungen beim Chassis und die Aufhängung und nicht auf den Heckspoiler zurück. Aber Koenigsegg bot den Spoiler seinen potenten Kunden als Option an – nicht, dass einer seinen, mindestens 700'000 Franken (Neupreis) teuren Boliden ungewollt schrottete.
Porsche Carrera GT (2003 – 2006)
«In diesem Auto fängt der Ernst des Lebens an», sagte Rallye-Legende Walter Röhrl über den Carrera GT. Er muss es wissen, denn er hat Porsches Supersportler mitentwickelt. Als zweifacher Rallye-Weltmeister kann der Deutsche fahren und liess das vielleicht ein bisschen zu sehr in den GT einfliessen. Die Kupplung der 6-Gang-Handschaltung ist auch für geübte Autofahrende eine Herausforderung. Mindestens einmal und eher mehrmals den Motor abzuwürgen, gehört zur Erfahrung in diesem Porsche dazu. Und gerade beim Anfahren braucht es auch hier einen sanften Gasfuss, um nicht gleich vom Heck überholt zu werden. Schliesslich braucht der Carrera GT qualitative High-Performance-Reifen um die 615 PS auf die Strasse zu bringen.
Fahrassistenzen? Fast Fehlanzeige. Es gibt nur ABS und eine Traktionskontrolle – und letzter sollten selbst Profis nur an guten Tag ausschalten. Überraschen darf das nicht. Neben Röhrls Einfluss, verfügt der Carrera GT über weitere Rennsportgene, denn Motor, Chassis und einige Technikkomponenten hatte Porsche für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans entwickelt. Zum Renneinsatz kam sie allerdings nie.
Ferrari F40 (1987 – 1992)
Der Ferrari F40 vereint Freude und Trauer. Mit ihm feierte die italienische Traditionsmarke1987 ihr 40-jähriges Bestehen. Gleichzeitig war es aber auch das letzte Modell, welches Firmengründer Enzo Ferrari persönlich vorangetrieben und abgesegnet hatte, bevor er 1988 verstarb. Das Resultat ist ein kompromissloser Supersportwagen mit 478 PS. Auf Radio, Servolenkung, Bremskraftverstärker und Geräuschdämmung – schon damals in den meisten Autos Standard – verzichtete Ferrari.
Aber nicht deswegen lehrte der F40 viele Fahrer das Fürchten. Nach 4000 Umdrehungen erzeugt der V8 einen solchen Leistungsschub, dass Profis leer schlucken und unerfahrene Lenker überfordert sind. Die breiten Hinterräder liefern zudem zu wenig Traktion, um die 557 Nm Drehmoment auf die Strasse zu bringen, weshalb Anfänger oftmals aus der Kurve fliegen.
Der AC Ace ist ein britischer Gentleman-Sportwagen. Er leistet je nach Version zwischen 86 und 103 PS, was in den 1960er-Jahren nicht sehr viel war. Trotzdem kostete er damals so viel wie stärkere Jaguar und galt deshalb als Fahrzeug für wohlhabende Individualisten. 1962 kam der amerikanische Rennfahrer und Konstrukteur Carroll Shelby auf die Idee, den 4,3-Liter-V8-Motor eines Ford Mustangs in den Ace einzubauen. Es ist die Geburtsstunde der Shelby Cobra – der vielleicht erste Supersportwagen mit damals irren 271 PS auf rund 1000 Kilogramm Leergewicht. Die Rennversion leistet sogar bis zu 350 PS.
Obwohl AC Cars nicht nur den Ford-Motor einbaut, sondern auch Modifikationen vernimmt, um den Wagen auf die Leistung abzustimmen, reicht es bei weitem nicht. Selbst Profirennfahrer attestieren der Cobra ein heikles Fahrverhalten – und erwarten ein ähnlich unfahrbares Biest, als Shelby 1965 die Cobra 427 mit bis zu 500 PS herausbringt. Doch der gewiefte Konstrukteur lässt umfangreiche Verbesserungen vornehmen und präsentiert quasi ein neues Auto. Die neue Cobra ist alltagstauglicher aber immer noch eine Rakete. Es dauert 15 Jahre bis ein ähnlich bezahlbarer und sprintstarker Sportwagen wie die Cobra auf den Markt kommt.
Porsche 930 oder 911 Turbo (1974 – 1977)
Der Spitzname Witwenmacher sagt schon alles darüber, wie gut oder nicht der Porsche 930 zu kontrollieren ist. 250 PS zu Beginn und später 300 PS schieben den 1140 Kilogramm schweren Sportwagen spielend vorwärts. Doch nicht die reine Leistung überfordert die Personen am Steuer des ersten 911 Turbo. Es ist eben dieser namensgebende Turbolader, der ab einer Motorendrehzahl von 4000 Umdrehungen sein volles Potenzial erreicht.
Bis dahin fährt der 930 so brav, dass der plötzliche Leistungsschub durch den Turbo völlig überraschend kommt und den Wagen im schlimmsten Fall unkontrolliert nach vorne katapultiert. Viele 930er landen so im Grünen. Porsche reagiert, verbaut bessere Bremsen und verteilte die Leistung des Turbos besser. Man lernt noch, denn der 930 verfügt als erster Sportwagen über einen Turbo und dessen Effekt ist für die meisten Autofahrenden völlig neu. Heute ist der 911 Turbo Kult und die erhaltenen 930 Sammlerstücke.
TVR Cerbera Speed 12 (1997 – 2000)
1000 PS ohne einen Elektromotor ist eine Seltenheit. Die britische Sportwagenschmiede TVR stellt zur Jahrtausendwende ein solches Geschoss auf die Strasse. TVR will mit dem Speed 12 in der GT1-Klasse starten. Dafür muss die Marke aus Blackpool auch eine Strassenversion bauen.
Doch das Projekt verzögert sich und die GT1-Klasse gibt es längst nicht mehr, bis der damalige TVR-Boss Peter Wheeler, eines Abends mit einem fertigen Prototypen nach Hause fahren kann. Am nächsten Morgen beendet er das Projekt! Der Speed 12 sei zu brutal! Um die 1000 PS (es gab nie eine offizielle Leistungsmessung) lassen sich bei 999 Kilogramm Leergewicht und, wie zu jener Zeit üblich, ohne elektronische Assistenzsystem schlicht nicht kontrollieren.
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