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Raserstrecke Gempen: Kanton setzt auf neue Markierungen statt Tempolimit
Auf der berüchtigten Bergstrecke am Gempen reagiert der Kanton Solothurn auf wiederholte Unfälle. Im Mai und Juni werden umfangreiche Markierungs- und Signalisationsarbeiten durchgeführt.
Auf der kurvenreichen Bergstrecke zwischen Dornach und Gempen im Kanton Solothurn kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Die Strasse, die aufgrund ihrer engen Kurven und der topografischen Verhältnisse beinahe bergstrassenähnlichen Charakter aufweist, ist insbesondere bei Motorradfahrenden sehr beliebt. Nun reagiert der Kanton, allerdings ohne die von vielen geforderte Temporeduktion.
Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen, werden im Mai und Juni 2026 umfangreiche Markierungs- und Signalisationsarbeiten durchgeführt. Geplant sind unter anderem neue Mittel- und Randleitlinien, Kurvenleitpfeile sowie zusätzliche Gefahrensignale.
Diese Massnahmen sollen eine klarere Verkehrsführung ermöglichen und kritische Streckenabschnitte frühzeitiger erkennbar machen. Dadurch wird das Risiko von Selbstunfällen insbesondere in den Kurvenbereichen reduziert.
Unfall löst Debatte über Tempo und Kontrollen aus
Auslöser für die anhaltende Debatte war gemäss SRF unter anderem ein schwerer Unfall im Jahr 2019: Ein Sportwagenfahrer verlor bei einem riskanten Überholmanöver die Kontrolle und kollidierte mit einem Velofahrer, der schwer verletzt wurde. In der Folge kam es zu Protesten von Velofahrern, die unter anderem ein Tempolimit von 60 km/h sowie verstärkte Kontrollen forderten.
Ein generelles Tempoproblem sieht der Kanton jedoch nicht: Laut Messungen liege die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 60 bis 65 km/h. Nach Prüfung der Situation kam der Kanton Solothurn zum Schluss, dass weder besondere örtliche Gefahren noch ausreichende sicherheitstechnische Gründe für eine Reduktion auf 60 km/h vorliegen. Eine Tempobeschränkung wurde daher als unverhältnismässig beurteilt.
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