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Politik & Wirtschaft •
Kampf der SVP-Nationalrätin Sollberger

Gegen Stau und Unfälle auf Basler N18

Malermeisterin Sandra Sollberger, SVP-Nationalrätin aus dem Kanton Basel-Land, bittet den Bundesrat in einer Interpellation um eine Stellungnahme betreffend Sicherheit und Kapazität der Nationalstrasse 18 zwischen Basel und Delémont. Kommen nach dem Nein zum Ausbau des Schweizer Strassennetzes jetzt immer mehr kantonale Einzelvorstösse?

Schade, dass es in Bundesbern nur noch wenige bodenständige Politiker wie Malermeisterin Sandra Sollberger gibt. Die SVP-Nationalrätin aus Liestal sticht im Parlament einerseits durch ihre in Rot eingefärbten Haare heraus. Und andererseits gehört sie zur Minderheit pragmatischer KMU-Parlamentarier, welche als Arbeitgeber auch Wertschöpfung generieren. Im Gegensatz zum akademischen Heer linksgrüner Berufspolitiker, welche kaum je eine Stude in ihrem Leben gearbeitet haben, ist Sollberger nicht nur im Bundeshaus anzutreffen, sondern auch auf der Baustelle. Malermeisterin Sollberger kennt die Sorgen der normalen Bürger – beispielsweise morgens früh um 6 Uhr auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen.

Wichtige Achse Basel-Genfersee

SVP-Nationalrätin Sollberger vertritt im Parlament die Basler-Landschaft. Als der Bundesrat im Januar die Eckwerte zu «Verkehr 45» veröffentlichte, fühlte sich Sollberger direkt betroffen. Die Bauprojekte der Nationalstrasse 18 zwischen Basel und Delémont wurden vom Bundesrat in weite Ferne irgendwann nach 2055 vertröstet. Dabei hatte die Astra-Korridorstudie N18 stringent begründet, wie wichtig eine bessere Anbindung des Grossraums Basel mit dem Arc lémanique wäre. Nur eine N18 ohne Engpässe ist in der Lage, die beiden wirtschaftlich florierenden Regionen Basel und Genfersee logistisch angemessen zu verknüpfen. Sollberger ist es ein wichtiges Anliegen, das dynamische Laufental und den Kantonshauptort Delémont in das Schweizer Hochleistungsstrassennetz zu integrieren.

Zweitgrösster Unfallhotspot

Mit ihrer neuen Interpellation fordert Sandra Sollberger den Bundesrat zur Stellungnahme auf. Ihr Grundanliegen ist die Stärkung der Verkehrssicherheit sowie eine der regionalen Entwicklung adäquaten Kapazität der N18. Sollberger untermauert ihre Interpellation mit Fakten. Mit einer der schweizweit höchsten Staudichten sorge die N18 für unzumutbare Wartezeiten. Die Lebensqualität der betroffenen Ortschaften sinke zunehmend. Die Sicherheit des Auto- und Veloverkehrs sei gefährdet. In Grellingen West sowie beim Knoten Angenstein komme es häufig zu Unfällen. Der berüchtigte Knoten Angenstein gilt als der zweitgrösste Unfallhotspot des Kantons Baselland. Deshalb will die SVP-Nationalrätin vom Bundesart wissen, wie er die genannten Gefahrenstellen beurteile. Auch um eine Beurteilung der Verkehrssicherheit der N18-Ortsdurchfahrten in Zwingen, Laufen und Delémont bittet sie. Somit stehen auch mögliche Ortsumfahrungen politisch im Raum.

Regionale Interessen

Sollbergers Interpellation illustriert ein grosses Drama rund um den Ausbau des Schweizer Strassennetzes. Einerseits wächst die erfolgreiche Schweiz, als gebe es kein Morgen mehr. Immer mehr EU-Wirtschaftsimmigranten strömen in die Schweiz und sorgen für eine rasant zunehmende Verkehrsdichte. Als die Schweiz im November 2024 über den Ausbau von sechs besonders neuralgischen Punkten im Nationalstrassennetz abstimmte, lehnten viele nicht betroffene Kantone den Kredit von 4,9 Milliarden Franken ab. Wer nicht direkt betroffen ist, dem sind die umweltbelastenden, jährlichen 48’000 Staustunden egal. Die demokratische Verknüpfung von betroffenen und nicht betroffenen Kantonen führte zum Nein eines ausgebauten Nationalstrassennetzes. Die Folge: Wir werden in den nächsten Jahren sehr viele politische Vorstösse erleben, welche von stark regionalen Interessen getrieben sind. Die N18-Interpellation der bodenständigen Malermeisterin oder der Schaffhauser Ausbauwunsch der zweiten Fäsenstaubtunnel-Röhre sind nur zwei Beispiele von vielen.

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