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Verkehr •
Drei Millionen Euro in 10 Wochen

Dieser Blitzer ist Italiens Goldgrube

Fast 32'000 Temposünder in nur zehn Wochen und Bussgelder von über drei Millionen Euro: Ein stationärer Blitzer in Norditalien sorgt für Rekorde – und heftige Diskussionen über seinen Standort.

Wer auf der Schnellstrasse SS415 bei Spino d'Adda in der norditalienischen Provinz Cremona etwas zu viel aufs Gaspedal drückt, zahlt möglicherweise teuer. Seit der stationäre Blitzer Ende April in Betrieb genommen wurde, hat er innerhalb von nur zehn Wochen 31'896 Geschwindigkeitsverstösse registriert. Die daraus resultierenden Bussgelder summieren sich auf mehr als drei Millionen Euro.

Damit gehört die Anlage zu den einträglichsten Blitzern Italiens. Durchschnittlich werden täglich rund 450 Fahrzeuge geblitzt. Das entspricht Bussgeldern von rund 44'000 Euro – pro Tag. Dabei handelt es sich keineswegs nur um Raser. Rund zwei Drittel aller ertappten Autofahrer überschritten das Tempolimit von 110 km/h lediglich um bis zu zehn km/h. Weitere gut 11'400 Lenker waren zwischen zehn und 40 km/h zu schnell.

Nur wenige liessen es richtig krachen: 315 Fahrzeuge wurden mit einer Überschreitung von 40 bis 60 km/h gemessen, 85 Fahrer sogar mit mehr als 60 km/h zu viel auf dem Tacho. Einzelne Fahrzeuge sollen mit über 170 km/h unterwegs gewesen sein.

Standort umstritten

Für Diskussionen sorgt allerdings weniger die Zahl der Temposünder als der Standort der Anlage. Der Bürgermeister von Spino d'Adda hätte den Blitzer lieber bei einer nahegelegenen Brücke gesehen. Dort gilt teilweise Tempo 70, zudem ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere schwere Unfälle.

Die Provinz Cremona entschied sich jedoch für den heutigen Standort an der Ausfahrt Spino Est. Die Begründung: Dort gilt über eine längere Strecke dieselbe Höchstgeschwindigkeit, was den gesetzlichen Anforderungen besser entspreche. Im Bereich der Brücke wechseln die Tempolimiten dagegen mehrfach innerhalb kurzer Distanz. Ob Verkehrssicherheit oder Einnahmequelle – der Rekord-Blitzer dürfte seinen Ruf so schnell nicht mehr loswerden.

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